Damit es nicht nach KI klingt - Teil 2
13. Februar 2026
Im ersten Teil dieser Serie haben wir gesehen, dass die Humanizer - Tools, die Texte so überarbeiten, dass sie eher der menschlichen Schreibweise gleichen - nur bedingt etwas bringen. Die Chancen auf Verschlimmbesserung sind leider hoch. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir alles zu Fuß machen müssen. Es gibt andere Tools, die wir einsetzen können.
KI-Detektoren: schlecht zum Erkennen, gut zum Trainieren
Tools wie ZeroGPT, GPTZero oder der AI Content Detector prüfen Texte und geben auf einer Skala an, wie sehr diese nach KI klingen. Dafür sind sie entwickelt, sind darin aber nur mäßig gut. Es gibt viele "false positives", das heißt, Texte werden als KI-generiert erkannt, obwohl sie von Menschen stammen.
Doch als Feedback-Werkzeug funktionieren sie sehr gut. Sie markieren Stellen, die nach KI klingen, und erklären, warum. Das hilft, weil wir oft nur ein ungutes Gefühl haben („hört sich nach KI an"), aber nicht konkret benennen können, woran es liegt.
Was die Tools dir zeigen
Wenn du deinen Text in eines der Tools kopierst, bekommst du einen Score („72 % KI-generiert"), und es werden die Textpassagen markiert, die für den Score verantwortlich sind. Dazu gibt es Erklärungen oder auch alternative Formulierungsvorschläge. Die musst du nicht übernehmen, aber sie zeigen dir, welche Muster typisch für KI-Texte sind und wie du deine Texte verbessern kannst.
Die Tools erkennen Folgendes:
- Gleichförmige Satzlängen: KI produziert meist mittellange Sätze. Menschen wechseln stärker: ein knapper Satz, dann einer mit Nebensätzen, der sich über zwei Zeilen zieht, dann wieder ein kurzer Satz.
- Stereotype Satzanfänge und Übergänge: „Darüber hinaus", „Zudem", „Des Weiteren", „Allerdings" – diese Übergangswörter wiederholen sich mechanisch.
- Rhetorische Standardfiguren: „Nicht nur ... sondern auch" taucht inflationär auf. Ebenso Dreiergruppen („schnell, effizient und zuverlässig") oder „Es ist nicht X, sondern Y". Das nervt momentan am meisten.
- Übermäßige Gedankenstriche: KI nutzt sie zur Strukturierung – fast zwanghaft ???? – in jedem zweiten Satz.
- Zu saubere Übergänge: Absätze sind scheinbar perfekt verknüpft, die Gedanken schließen nahtlos aneinander an. Menschen lassen auch mal Brüche stehen.
- Vage, positive Adjektive: „Innovativ", „maßgeschneidert", „wegweisend", „ganzheitlich" – klingt gut, sagt wenig.
- Vage Aussagen: Die KI bleibt gern im Allgemeinen. Menschen bringen Beispiele und Zahlen. Statt „Unternehmen können so ihre Effizienz steigern" eher „Das Team hat die Bearbeitungszeit von sechs auf zwei Tage reduziert".
Ausblick auf Teil 3
Jetzt weißt du, wie du dir von Tools helfen lassen kannst, das KI-artige in deinen Texten zu erkennen und es loszuwerden, aber das ist noch nicht nachhaltig, wenn du das jedes Mal wieder tun musst. Im nächsten Teil dieser Serie zeigen wir, wie du aus diesen Erkenntnissen eine wiederverwendbare Stil-Anleitung baust, die du nur noch anwenden musst.